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Hobbiton, Januar 2018

Hobbiton, Januar 2018

22.01.2018

Als wir gestern auf dem Weg zum Mt Maunganui waren, sind wir in Hobbiton vorbeigefahren und wollten das Filmset besuchen. Leider waren jedoch alle Touren ausgebucht. So sind wir nach Tauranga weitergefahren und haben beschlossen online eine Tour zu buchen und nicht wieder umsonst hinzufahren. Gesagt, getan.
Um 15:30 Uhr sind wir also wieder da, haben uns einen Hobbit Crunch Milchshake gegönnt und werden pünktlich vom Tourbus aus der 15:30 Uhr Schlange abgeholt. Denn das Hauptbüro ist nur ein Treffpunkt inkl. Gastronomie und Fanshop. Das Set liegt ein paar Kilometer davon entfernt und es werden ausschließlich geführte Touren angeboten.
Im Bus stellt sich unser Tourguide Jade vor und spielt für uns ein paar Videos ab, die auf den Besuch einstimmen. Es wird erklärt, dass Peter Jackson Feuer und Flamme genau für diese grünen Hügel war, als er sie, auf der Suche nach dem Set, aus der Luft gesehen hat. Das Gelände ist eigentlich ein großer Bauernhoff und gehört der Alexander Familie, die nun wohl ordentlich Kohle kriegt für die Nutzung und die maximale touristische Ausschlachtung des Ganzen. Aber hey, es scheint zu funktionieren. Wir haben kaum einen Plaz bekommen und alles war für Tage im Voraus ausgebucht. In einem der Filmausschnitte wurde das Familienoberhaupt der Alexanders gezeigt. Er erklärte mit einem kaum vorhandenen Grinsen, wie doll er sich freut, uns hier begrüßen zu dürfen, bla bla. Auf dem Bildschirm war nur sein Oberkörper zu sehen, wahrscheinlich saß er da gerade auf dem riesigen Geldhaufen :D
Eigentlich wurde das ganze Filmset nach den Dreharbeiten zu “Herr der Ringe” abgebaut. Als nun vor ein paar Jahren “Der Hobbit” gedreht wurde, wurde alles erneut aufgebaut. Haargenauso. Wahnsinn.
Kurz bevor wir ankommen, sehen wir ein paar Ausschnitte aus dem fertigen Film – es fühlt sich schon cool an, das Ganze gleich live zu sehen. Und das sage selbst ich, die bei allen drei Teilen (waren es drei Teile?) immer wieder eingeschlafen ist. Aber hey, ich begleite meinen Ehemann :D

Wir steigen aus. Bekommen touridämliche Anweisungen a lá -bitte nicht über die Zäune klettern, -bitte nicht das Plastikobst essen, -bitte nicht in den Teich springen und -bitte nicht weglaufen (sei alles schon vorgekommen). Und dann? Dann ist es soweit. Wir laufen die Wiese entlang und vor uns erstrecken sich saftgrüne Hügel mit all den Minihäusern und Minirequisiten. Jade bleibt immer stehen, erklärt uns ganz viel und lässt uns dann für ein paar Minuten frei rumlaufen und Fotos machen.
Sie erzählt uns viele Insiderinfos und witzige Detaills zu den Dreharbeiten und erkärt auch viele Tricks, mit denen ein Regisseur so arbeitet.
Eine Tatsache ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Im ersten Teil von “Herr der Ringe” steht ein bestimmter Baum im Mittelpunkt einer wichtigen Szene. Als die Vorgeschichte zu “Herr der Ringe” und zwar “Der Hobbit” gedreht wurde, musste ein neuer Baum her, der natürlich kleiner, aber ansonsten gleich aussehen musste. So ist also der Peter Jackson in seinen Helikopter gestiegen und flog und flog über die Hügel und Felder Neuseelands. Doch er fand einfach keinen Baum, der dem Ursprünglich ähnlich sehen mochte. Also wurde beschlossen, dein Baum ein paar Nummern kleiner nachzubauen – aus Metall, Plastik usw.
Wir standen ja direkt davor und man konnte ihn nicht von den echten Bäumen unterscheiden – er war bestimmt 10m hoch. Doch eines hat ihn verraten, seine Blätter wehten nicht im Wind. Ha!

Der gesamte Spaziergang über das Hobbitdorf dauerte ca. 2 Stunden. In der Hobbitkneipe bekamen wir ein Gratisgetränk – es gab Bier, Cider oder Ingwerbier. Alles in einem fanden wir es sehr schön! Es hat sich definitiv gelohnt :)

Hier die visuelle Zusammenfassung:

Voller positiver Eindrücke gehen wir wieder zurück zu unserem mobilen Zuhause. Mit dem Wetter hatten wir großes Glück, denn es fängt an zu regnen. Schnell steigen wir ein, machen uns fahrbereit, ich drehe den Schlüssel im Zündschloss und höre auf zu lächeln. Das Auto springt nicht an. Auf der Warnanzeige steht irgendwas mit Batterie…ähm. Die ist dann wohl platt. Es stellt sich heraus, dass wir vergessen haben, das Licht auszumachen :(
Was jetzt?
1) Die haben hier ja selbst einen großen Fuhrpark, also gehe ich hin und frage nach einem Starterkabel. Im strömenden Regen erwische ich noch einen der Busfahrer, er holt jemanden, der vielleicht weiß, ob die eins haben und dann kommt da tatsächlich eine Dame, die ein vielversprechendes Köfferchen dabei hat. Gott sei Dank, denke ich. Wir sind gerettet! Denn ob man will oder nicht, der Kopf denkt an das worst case Szenario: Auf dem Hobbitonparkplatz übernachten. Wobei das ja mit unserem Campervan kein Problem wäre. Essen, Strom und WC hätten wir ja. Dennoch möchte man das irgendwie nicht :D Jedenfalls klappt es mit diesem blöden Kabel nicht.
2) Wir rufen den Neuseeländischen ADAC an. In der Windschutzscheibe sind Kärtchen mit einer Nummer angebracht. Leider hat weder Lutz, noch ich Empfang mit unseren Mobilfunkgeräten. aaaarrrrrr. Ich gehe zum Ticketshop und habe vor, nach einem dieser sehr selten gewordenen Festnetztelefone zu fragen. Der Ticketshop hat zu. Das Restaurant daneben auch. Der Fanshop hat auf, hat leider aber kein Telefon. Die nette Angestellte gibt mir ihr privates Handy und bleibt die ganzen 10 Minuten, die ich in der Warteschleife verbringe neben mir stehen. Peinliche Stille. Immer wieder brumme ich etwas von “Sorry” und “Warteschlange” vor mich hin und lächle verkniffen. Denke ich zumindest. Es regnet immer noch in Strömen. Nach zehn Minuten in der Warteschlange beschließe ich die nette Verkäuferin aus dieser Situation zu erlösen und lege auf.
3) Ich suche Empfang mit meinem Handy auf dem Gelände. Ich finde Empfang, genau auf einem halben Quadratmeter. Der ist Gott sei Dank überdacht. Ich rufe die Hotline an, verbringe wieder eine Ewigkeit in der Warteschlange und höre dann endlich eine menschliche Stimme. Doch leider versteht die Dame mich am anderen Ende der Leitung nicht, der Empfang ist zu schwach. Sie legt auf. NEIN! NAAAAAAAAIIIINNNNN!

Das Gelände leert sich. Alle haben Feierabend.
4) Ich treffe auf einen Mitarbeiter, der mir ein Festnetztelefon verspricht. Er sucht und sucht, findet es nicht.
5) Ich resigniere und stelle mich auf eine illegale Parkplatzübernachtung ein. Gehe zurück zu meiner Familie :D In den Wohnwagen. Ou Mann :D Was machen wir hier nur?
6) Es kommen zwei sehr patent aussehende männliche Mitarbeiter und bieten uns ihre Hilfe an. Einer von denen holt das große Starterkabel für Busse, der andere seinen PKW. Sie schließen uns daran an und unser Motor springt an! Haleluja! Verdammte Haleluja!
Ich erwähne an dieser Stelle nur ganz kurz, dass HERR Obermann das Licht angelassen hat.

Wir fahren zurück auf unseren schönen Campingstellplatz. Essen auf dem Weg Wraps von KFC. Ben ist glücklich. Von der ganzen Aufregung bekam er nichts mit und hat hinten auf unsere Kuschelwiese mit seinen Sachen gespielt.

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